EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2018

 

Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut. (Matthäus 2,10)

Als die Weisen den Stern wiedersahen, dem sie auf ihrem Weg aus dem Morgenland gefolgt waren und den sie bei ihrer Suche nach dem neugeborenen König der Juden in der Hauptstadt Jerusalem aus dem Blick verloren hatten, wurden sie hoch erfreut. Denn nun hatten sie ihr Ziel erreicht und sie brachten dem Kind kostbare Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. In diesen Gaben kommt die dreifache Beauftragung des Christus zum Ausdruck. Das Gold verweist auf die Königswürde und die königliche Abstammung Jesu aus der Familie des Königs David. Mit Weih-rauch vertreibt der Priester im Tempel schlechten Geruch und der aufsteigende Rauch versinnbildlicht den Weg der Gebete der Gläubigen zum Allmächtigen in die Höhe. Als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks wird Jesus im Hebräerbrief bezeichnet. Die bittere Myrrhe weist uns auf das Leiden Christi, aber auch auf seine Tätigkeit als heilender Arzt.
Auf einer Familienfeier an einem grauen Januartag saßen mir meine beiden Großneffen aus Wiesa und Cunersdorf gegenüber, der eine vier und der andere fünf Jahre alt. Sie unterhielten sich intensiv aber ich hatte nicht zugehört, es saßen schließlich auch noch jede Menge Erwachsene mit an der Tafel. Und so hätte ich fast die wichtigste Botschaft dieses Nachmittags verpasst. Denn ein Stichwort im Gespräch der beiden Kindergarten-Knirpse ließ mich aufhorchen. Es ging um Astronomie. Dieses Wort benutzten die beiden zwar nicht – ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie noch gar nicht wissen was das überhaupt ist. Aber es ging um Sterne.
Wozu gibt es überhaupt Sterne? – fragte der eine. Ganz einfach – antwortete der andere - damit die Weisen aus dem Morgenland den Weg zu Jesus finden.
Bei solchen Antworten bin ich immer geneigt meine Ordinationsurkunde und die Zeugnisse vom theologischen Examen zurückzugeben. Sterne gibt es, damit die Weisen aus dem Morgenland den Weg zu Jesus finden. In diesem einen Satz eines Fünfjährigen liegt mehr Gotteserkenntnis und Glaubenstiefe als in hundert frommen Büchern oder tausend Predigten. Damit wir den Weg zu Jesus finden – darum überhaupt gibt es die Kirche. Damit wir den Weg zu Jesus finden, darum gibt es Weihnachten. Damit wir die Geburt Jesu in Bethlehem als Gottes Geschenk an uns begreifen, darum gibt es bei uns zu Weihnachten den Brauch des Schenkens. Der Stern - ob nun ein richtiger Stern am nächtlichen Himmel oder ein papierner Adventsstern im Fenster – für die Gläubigen, die ihn sehen, ist es jedes Mal ein Grund zur Freude.

Sieghard Löser

 

Losung

Mittwoch,
12. Dezember 2018

Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.
Hiob 16,19


Paulus schreibt:  Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.
2.Timotheus 4,16-17