EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

 

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2021

 

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

Sacharja 2,14

 

Im Dezember begeht die Christenheit die Adventszeit und feiert Weihnachten. In der Geburt Jesu in Bethlehem sieht sie das Zur-Welt-Kommen des von Gott verheißenen und durch die biblischen Propheten angekündigten Retters, der die Welt heilen wird (Heiland). Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei der Prophet Sacharja, aus dessen Buch der diesjährige Monatsspruch für Dezember stammt.

Sacharja stammt aus einer Jerusalemer Priesterfamilie, deren Vorfahren nach der Eroberung Judas im Jahr 587 v.Chr. in die Babylonische Kriegsgefangenschaft verschleppt wurden. Vermutlich ist Sacharja in Babylon geboren. Doch das Babylonische Reich war nach jahrhundertelanger Dominanz im Jahr 539 v.Chr. dem Ansturm der Perser unterlegen. Der Perserkönig Kyros machte der babylonischen Herrschaft ein Ende und gewährte den jüdischen Kriegsgefangenen die Freiheit und die Rückkehr in ihre alte Heimat. Er erlaubte ihnen sogar, den durch die Babylonier einst zerstörten Tempel wieder aufzubauen und den Gottesdienst wieder aufzunehmen. Kyros wird deswegen im Prophetenbuch des Jesaja sogar als „Gesalbter der HERRN“ bezeichnet.

Doch der Wiederaufbau des Landes einschließlich seiner Hauptstadt Jerusalem (welche bei den Propheten oft als „Tochter Zion“ bezeichnet wird) und des Tempels geht nur schleppend voran. Knapp zwanzig Jahre nach dem Ende des Babylonischen Exils beginnt Sacharja mit der Verkündung seiner Botschaft. Manches daran ist nicht leicht zu verstehen (z.B. seine acht Visionen). Doch der Kern seiner Botschaft ist einfach: das Gottesvolk soll sich seiner Vergangenheit stellen und aus den Fehlern der zurück-liegenden Ereignisse lernen, aber gleichzeitig voll Hoffnung in die Zukunft blicken. Denn wenn es bei Gott bleibt, dann kann kommen was mag. ER kann nicht nur Unheil wenden und sein Volk in die Freiheit führen, sondern er wird auch Freude schenken. Denn wenn sich die Menschen wieder auf Gott besinnen und seinen Weisungen folgen, dann wird ER unter ihnen wohnen.

Und nicht nur das! Denn Gott der HERR wird nicht nur seinem zuerst berufenen Volk das Heil schenken, daraus Frieden, Glück und Wohlergehen sich speisen, sondern wird dieses Heil sogar den Menschen über die Grenzen Israels hinaus anbieten.

Der da „über die Grenzen geht“ wird durch Sacharja angekündigt als ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, einem Füllen der Eselin (9,9). Am Ende seines Buches heißt es dann (14,9): Zu der Zeit wird der HERR König sein über alle Lande… Und alle Heiden werden heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth…

 

Sieghard Löser

 

Losung

Mittwoch,
01. Dezember 2021

Mose sprach zu dem HERRN: Wenn nicht dein Angesicht vorangeht, so führe uns nicht von hier hinauf.
2.Mose 33,15


Der gute Hirte geht vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.
Johannes 10,4