EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch Mai 2019

 

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.     2. Samuel 7,22

Auf dem Höhepunkt ihrer politischen Macht und im Rückblick auf eine erfolgreiche Regierungszeit ließen sich die meisten Könige und Herrscher der Antike von ihren Völkern als Götter – oder gottgleiche Wesen – verehren. Doch wie immer ist es Israel, welches hier wieder die Ausnahme macht und dafür von den Verehrern seines Gottes gelobt und bewundert und von dessen Feinden maßlos gehasst wird.

Als Israels zweiter König David die Regierung über sein ganzes Volk gefestigt, die feindlichen Philister besiegt und Jerusalem zur ewigen Hauptstadt begründet und darin seinen Palast errichtet hatte, hält er zuerst eine lange Unterredung mit dem Propheten Natan. Zunächst drückt er ihm gegenüber seine Unzufriedenheit über die Lage aus (V 2): „Sieh doch, ich wohne in einem Zedernhaus und die Lade Gottes wohnt noch immer unter Zeltdecken.“ Und dann betet er (V 18): „Wer bin ich, Herr HERR, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher gebracht hast? Aber nun hast du das noch für zu wenig gehalten, Herr HERR, und hast dem Hause deines Knechtes sogar für die ferne Zukunft Zusagen gegeben, und das nach Menschen-weise, Herr HERR! … Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.“

Das so genannte und heute bei manchen in die Verachtung geratene „christliche Abendland“ (in Abhebung vom mittlerweile muslimisch geprägten „Morgenland“) beruht auf den biblischen Werten wie sie uns beispielsweise in den Königsgeschichten des Ersten Testaments begegnen. Während des 1000-jährigen Bestehens des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ (Reichsgründung durch Karl d. Großen im Jahr 800 – Auflösung durch die Abdankung des letzten Kaisers 1806) trugen die Herrscher die Reichskrone, auf denen (neben Christus auf dem Mittelteil) gleich drei israelitische Könige abgebildet sind: David, Salomo und Hiskia. Auf der einen Bildplatte links hinten trägt König David das Spruchband: „Imperium regis iudicium diligit“(Im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb).

Die zweite Bildplatte zeigt König Salomo. Er trägt vor seinem Herzen ein Band mit einem Wort seiner Sprüche: „Fürchte Gott und meide Unrecht“ (Spr. 3,7). König Hiskia dagegen ist in seiner Krankheit dargestellt, wie er von Gott Gnade empfängt. Diese biblischen Herrscher galten zehn Jahrhunderte lang als Vorbilder der Regierenden, weil sie sich stets ihrer Stellung von Gott bewusst waren.

Ein für mich wichtiges Kriterium im diesjährigen Wahljahr ist es, wem sich die heute zur Wahl stehenden Kandidaten verantworten. 

Sieghard Löser

 

Losung

Sonntag,
26. Mai 2019

Das ist mir lieb, dass der HERR meine Stimme und mein Flehen hört.
Psalm 116,1


Wenn du betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Matthäus 6,6