EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch April 2018

 

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!
Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch.  (Johannes 20,21)

Das Osterkapitel im Johannesevangelium berichtet von mehreren Begegnungen des Auferstandenen mit seinen Jüngern. Zuerst mit Maria von Magdala, später dann mit Thomas und den anderen. Vorher jedoch hatten sie sich eingeschlossen. Aus Angst, dass es ihnen ebenso ergehen könnte wie ihrem Meister, hatten sie sich den anderen Leuten gegenüber unzugänglich gemacht. Alle Türen hatten sie verschlossen, alle Fenster verrammelt. Hoffnungslos und verzagt kauerten sie im Halbdunkeln.

Doch plötzlich steht Jesus da, einfach so, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Zweimal sagt er ihnen den Schalom – den Frieden Gottes - zu. Und dann spricht er das Sendungswort über sie aus. Denn Jesu Werk ist nicht zu Ende; das Heil Gottes soll zu allen Menschen kommen. Und dazu sendet er sie, die sich vor Unsicherheit und Angst verkrochen hatten. Sie sind berufen, den Auftrag Jesu fortzusetzen. Der Segen Abrahams soll unter die Heiden gebracht werden (Gal 3,14). Der Bund, den Gott einst mit seinem erstberufenen Volk Israel geschlossen hatte, er soll nicht auf die leiblichen Nachkommen Abrahams beschränkt bleiben. Durch den Messias aus dem Stamm Juda – dem Nachkommen Davids aus Bethlehem – sollen die Gläubigen aus den Heidenvölkern wie Zweige eingepfropft werden in den heiligen Ölbaum. Darum präzisiert Jesus später noch einmal seinen Auftrag an die Jünger: Gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie halten alles, was ich auch aufgetragen habe…

Jesus hat den Jüngern damals und uns heute den Weg vorgezeichnet: Er verkündete die nahe herbeigekommene Gottesherrschaft und lädt dazu ein, sich auf die Liebe seines himmlischen Vaters einzulassen. Mit den Verstoßenen setzte er sich an einen Tisch, aß und trank mit ihnen, und ließ sie so die Nähe Gottes spüren. Wir müssen eigentlich nichts weiter tun, als einfach die Liebe Gottes durch uns hindurch zu den Menschen fließen zu lassen. Dabei mögen wir uns unsicher oder ungenügend fühlen, aber Jesus, der Auferstandene, ist da, und sein Friede durchdringt unsere Furcht und kommt bei anderen an, durch uns und manchmal auch trotz uns. So kann Verschlossenheit zu Aufgeschlossenheit werden. Wer zugänglich geworden ist, kann auf andere zugehen, wer Frieden empfangen hat, kann ihn weitergeben: wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch – als Friedensbringer und Künder der Botschaft vom angebrochenen Reich Gottes.

Sieghard Löser

 

Losung

Sonntag,
19. August 2018

Der HERR hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit.
Jesaja 61,1


Paulus schreibt:  Wir sind Gehilfen eurer Freude.
2.Korinther 1,24