EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

 

Gedanken zum Monatsspruch April 2022

 

Am Ostermorgen kam Maria von Magdala zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

Evangelium nach Johannes 20,18

 

Am Morgen nach dem Sabbat, also dem übernächsten Tag nach der Kreuzigung und Grablegung Jesu, war Maria zum Grab gelaufen. Sie wollte den Leichnam ihres Herrn salben – so, wie es dem Begräbnisbrauch ihres Volkes entsprach. Eigentlich hätte sie das bereits am Karfreitag tun sollen, aber dafür war die Zeit zu knapp gewesen. Nun kommt sie am frühen Morgen des ersten Tages der Woche zum Grab, um ihre traurige Pflicht zu erfüllen. Aber der Eingang des Grabgewölbes ist offen und das Grab ist leer. Und ihr geschieht, was uns in der gleichen Situation ebenso ergangen wäre: Angesichts des geöffneten Grabes wird sie von Angst und Ent-setzen gepackt. "

Doch da wird sie plötzlich angesprochen: „Warum weinst du – wen suchst du?“ Sie meint es ist der Gärtner und sie fragt ihn: „Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sage mir, wohin du ihn gelegt hast, damit ich ihn hole.“

Doch der vermeintliche Gärtner nennt sie jetzt bei ihrem Namen: „Maria“ – sagt er zu ihr. Und erst jetzt fällt es ihr wie Schuppen von den Augen. Es ist nicht der Ange-stellte der Friedhofsverwaltung, sondern es ist Jesus selber. „Rabbuni“ sagt sie zu ihm – mein Meister. Am liebsten möchte sie ihn jetzt umarmen und ans Herz drücken, doch Jesus spricht zu ihr: „Halte mich nicht fest – denn ich bin noch nicht hinaufgegangen zu meinem Vater. Du aber gehe hin und sage zu meinen Brüdern:

Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“

Die erste Erkenntnis aus dieser Geschichte ist: der Auferstandene ist gegenwärtig. Ob wir an den Gräbern unserer Verstorbenen trauern oder ob uns das Entsetzen über irgend ein erfahrenes oder auch nur vom Hörensagen bekanntes Leid gepackt hat - der auferstandene Christus steht schon längst hinter uns und wartet, dass wir uns zu ihm umwenden. Zu Maria sagt er dann: „Geh hin zu meinen Brüdern…“

Das wird fortan das bestimmende Merkmal aller seiner Jüngerinnen und Jünger sein: Sie sind Schwestern und Brüder in Christus. Die Gemeinde Jesu Christi ist die Gemeinde der sich versammelnden Kinder Gottes, die einander Schwestern und Brüder in Christus sind. In ihrer Mitte ist der gekreuzigte und auferstandene Christus. Das ist bis heute der Grund der Kirche und das Mysterium ihres Bestehens. Denn der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

 

Sieghard Löser

 

Losung

Freitag,
20. Mai 2022

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.
Psalm 38,5


Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.
Kolosser 2,14