EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

 

Gedanken zum Monatsspruch August 2022

 

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt zu richten die Erde.

Erstes Buch der Chronik 16,33

 

Noch vor wenigen Jahren hätte man dieses Bibelwort wohl nur als Lyrik abgetan – poetische Sprache aus dem Überschwang emotionaler Regungen; in seiner Urheberschaft zugeschrieben dem König David, über dessen Gefühlswelt die biblischen Autoren nicht immer nur mit frommen Worten zu berichten wussten. So wurde David einmal von seiner eigenen Ehefrau Michal sogar ausgelacht, weil er als König im Überschwang seiner Gefühle im Lendenschurz vor dem Heiligtum Gottes tanzte und dabei seine königliche Würde vollständig vergaß. Einmal ließ er sich sogar zu einem Ehebruch hinreißen und diesen mit dem Mord an dem betrogenen Gatten zu vertuschen – wofür er sich schwerste Kritik vom Propheten Gottes einhandelte.

 

Und nun diese Gebetsworte vom „Jubeln der Bäume“. Sie stammen aus dem Ersten Buch der Chronik, Kapitel 16. Es sind Worte aus einem Dankgebet, als David die Lade Gottes mit den beiden Tafeln des Bundes mit den auf ihnen eingeritzten Worten vom Bundesschluss am Sinai in seine neue Hauptstadt Jerusalem gebracht hatte. Einige Sätze aus diesem Dankgebet beten und singen wir heute noch.

So Vers 34: „Danket dem HERRN, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.“

 

Doch den Satz vorher mit den „Bäumen im Wald“ haben wir bis vor kurzer Zeit aber eben wohl doch nur als Lyrik aus dem Mund eines Poeten gelesen und auch so verstanden. Bis vor kurzem – als die Bäume in unseren Wäldern noch gesund waren und wir uns über sie keine großen Gedanken gemacht haben.

Doch nun scheint alles anders geworden. Fehlende Niederschläge und zu viele Schadinsekten haben vielen Bäumen den Garaus gemacht. Unsere Wälder sind geschädigt und werden sich in Kürze nicht wieder erholen. Die Natur leidet unter den Auswirkungen des Klimawandels.

Ein Merkmal biblischen Glaubens aber ist es, sich nicht beim Beklagen über die Zustände dieser Welt aufzuhalten, sondern einerseits nach Lösungen für das Dilemma zu suchen (in diesem Fall etwa unseren menschengemachten Beitrag zum Klimawandel zu verringern) und andererseits die Zuversicht darauf nicht zu verlieren, dass letztlich nicht wir die Welt retten können, dass aber selbst „Bäume wieder jubeln werden“, wenn Gott der HERR seine neue Welt baut, wie ER es verheißen hat.

 

Sieghard Löser

 

Losung

Dienstag,
16. August 2022

Wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.
Psalm 78,4


Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
Matthäus 5,15