EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch Januar 2020

Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herren.  (Erster Korintherbrief des Paulus 1,9)

Als Paulus, nach seinem missionarischen Misserfolg in der griechischen Hauptstadt, von Athen nach Korinth gekommen war, suchte er sich zunächst eine handwerkliche Tätigkeit, um sowohl seinen Unterhalt als auch seine weitere Verkündigung des Evangeliums finanzieren zu können. Arbeit fand er in der Werkstatt des wegen ihres jüdischen Glaubens aus Rom vertriebenen Ehepaars Aquila und Priscilla (siehe Apostelgeschichte 18). An allen Sabbaten gingen sie in die Synagoge und beteiligten sich nach dem Gottesdienst an der Auslegung des Tenach (der hebräischen Bibel – das Neue Testament gab es ja noch nicht).

Aufgrund der Aussagen der prophetischen Schriften und der Tora (der ersten fünf Bücher der Bibel) führt Paulus den jüdischen Gemeindegliedern und ihren nichtjüdischen Sympathisanten (die sogenannten „Gottesfürchtigen“, welche selbst keine Juden von Geburt waren, aber sich zur jüdischen Gemeinde hielten und deren Gottesdienste in den Synagogen besuchten) vor Augen, dass der in der Schrift angekündigte Messias gekommen sei. Sein Name sei Jesus aus Nazareth. Durch ihn hätten nun auch die „Gottesfürchtigen“ aus den nichtjüdischen Völkern vollen Zugang zum Heil Gottes. Der Gott Israels habe nun seine aus früheren Zeiten stammenden Verheißungen wahr gemacht. Er habe sich als treu erwiesen und alle in seinen Bund der Gnade berufen.

An späterer Stelle (im Römerbrief Kap. 11) verwendet Paulus für dieses Verhältnis ein Bild: Israel ist wie ein Ölbaum mit vielen Zweigen und Ästen. Seine Wurzel ist der Glaube Abrahams und seiner Nachkommen (das Neue Testament beginnt auf der ersten Seite mit einem Stammbaum – es ist die Ahnentafel Jesu: 42 Generationen in direkter Nachkommenschaft liegen zwischen Abraham und Jesus).

Die Hauptaufgabe des in den prophetischen Schriften angekündigten Messias ist es nun, einzelne Menschen aus den Heidenvölkern in den heiligen Ölbaum Israel einzupfropfen. Damit wird die Trennung zwischen beiden (Martin Luther übersetzt: die Sünde) aufgehoben und unwirksam gemacht.

Jesus hat diese Aufgabe in hervorragender Weise umgesetzt: zuerst beruft er sich 12 Männer – sozusagen als Repräsentanten des vollständigen Volkes Israel (das es ja zu seiner Zeit gar nicht mehr gab, aber wieder hergestellt werden muss). Diese 12 Jünger werden von Jesus ausgebildet und schließlich ausgesandt (Mt 28): „Geht hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker…“ Dadurch wurde Jesus zum Heiland der Heiden.

Sieghard Löser

 

Losung

Mittwoch,
19. Februar 2020

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Psalm 50,1


Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
2.Korinther 5,19