EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch Juli 2020

 

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss!
Denn du hast einen weiten Weg vor dir.       Erstes Buch der Könige 19,7

Verzweiflung drückt Elia nieder. Er kann nicht mehr. Er will nicht mehr. Er flieht vor der Verfolgung der heidnischen Königin Isebel, die ihm geschworen hatte, ihn umzubringen, wie er zuvor ihre Priester umgebracht hatte. Und nun ist er schon mehrere Tage auf der Flucht: vom Gebirge Karmel im Norden Israels nach Beerscheba in der Wüste im Süden. Aber dort ist seine Kraft zu Ende. Er setzt sich unter einen Ginsterstrauch und wünscht sich den Tod: „Nun ist es genug, HERR. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.“ Dann legt er sich unter den Ginster und schläft. Doch ein Engel rührt ihn an und spricht: „Steh auf und iss!“ Als er um sich blickt, sieht er einen Laib Brot und einen Krug mit Wasser. Er isst und trinkt und legt sich wieder hin. Doch der Engel des HERRN kommt zum zweiten Mal, rührt ihn an und spricht: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“
Da stand Elia auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des HERRN erging an ihn: Was willst du hier, Elia? Und er antwortete: „Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich für den HERRN, den Herrn der Heerscharen, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben.“ Der HERR aber antwortete: „Komm heraus und stell dich auf den Berg vor mich hin! Ich werde an dir vorübergehen!“ Da kam ein Sturm, der an der Bergwand rüttelte, dass die Felsbrocken flogen. Aber der HERR war nicht im Sturm. Als der Sturm vorüber war, kam ein starkes Erdbeben. Aber der HERR war nicht im Erdbeben. Als das Beben vorüber war, kam ein loderndes Feuer. Aber der HERR war nicht im Feuer. Als das Feuer vorüber war, kam ein stiller verschwebender Hauch. Da verhüllte Elia sein Gesicht mit dem Mantel, trat vor und stellte sich in den Eingang der Höhle….
Die Begegnung Elias mit dem Gott Israels sprengt alle Vorstellungskraft. Gottesbegegnungen aber haben immer eine Vor- und eine Nachgeschichte. Und das ist bis heute so. Gottesbegegnungen verändern das Leben. Sie stärken die Menschen und rüsten sie aus mit allem, was sie für ihren kommenden Auftrag brauchen: Manchmal nur mit einem Schluck Wasser und einem Stück Brot und einem Mut machenden Wort (Steh auf und iss!). Und dann mit dem Erleben der Gegenwart des HERRN in einem stillen Hauch (siehe Joh 20,22).

Sieghard Löser

 

Losung

Samstag,
26. September 2020

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.
Jeremia 30,11


Paulus schreibt:  Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.
2.Timotheus 4,16-17