EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch März 2020

Jesus Christus spricht: Wachet! (Evangelium nach Markus 13,37)

„Wachet!“ – diese Aufforderung Jesu an seine Jünger ist beim Evangelisten Markus in einen größeren Zusammenhang eingebettet. Denn im 13. Kapitel des Markusevangeliums geht es um die sogenannte „Endzeit“ (wobei es dieses Wort als solches in der Bibel gar nicht gibt).
Doch wenn in der Bibel von der Zeit die Rede ist, dann muss man genau prüfen – denn in ihrer ursprünglichen Sprache werden dafür drei verschiedene Worte gebraucht:  

Das erste ist: cronoς die vergehende Zeit
Das zweite:
kairoς der Zeitpunkt
Das dritte: aiwnoςdie Zeit Gottes, die Ewigkeit

Über die Zeit Gottes – seine Ewigkeit – können wir Menschen nicht verfügen. Nur wer mit dem ewigen Gott im Bunde ist, hat dadurch Anteil an seiner Ewigkeit. Doch tun wir gut daran, den Zeitpunkt (kairoς) nicht zu verpassen um unseren Bund mit dem Ewigen zu bekräftigen und zu erneuern.
Als Jesus mit seinen Jüngern zum letzten Mal in seinem kurzen irdischen Leben nach Jerusalem kommt, zeigt er seinen Jüngern die Heilige Stadt mit ihrem prächtigen Tempel und den Palästen der Reichen und Regierenden. Und er prophezeit den nahe bevorstehenden Untergang der Stadt (welcher allerdings erst 40 Jahre später im römisch-jüdischen Krieg von den römischen Legionen unter den späteren Kaisern Vespasian und Titus herbeigeführt wurde).
Untergangsprophezeihungen hört man auch heute allenthalben. Sie werden deshalb verkündet, um die Hörer derselben zu einer bestimmten Handlung zu bewegen (oft ist auch nur gefordert „Haltung zu zeigen“ oder „Zeichen zu setzen“ - wobei das manchmal nur als ein geschickter Selbstbetrug erscheint um nichts tun zu müssen). Was Jesus von seinen Leuten erwartet ist vergleichsweise schlicht und einfach zu erfüllen: sich auch in den größten Herausforderungen nicht verrückt machen lassen, aber wachsam zu bleiben. D.h. zu beobachten was vor sich geht und vorbereitet zu sein auf die Wiederkunft des Herrn. Denn so lesen wir bei Markus (13,32-37): Den Tag oder die Stunde, wann das Ende da ist, kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel – nicht einmal der Sohn. Nur der Vater kennt sie. Seht zu, dass ihr wach bleibt! Denn ihr wisst nicht, wann der Zeitpunkt da ist. Es ist wie bei einem Mann, der verreist. Er verlässt sein Haus und überträgt seinen Dienern die Verantwortung. Jedem weist er seine Aufgabe zu, und dem Türhüter befiehlt er, wachsam zu sein. So sollt auch ihr wach bleiben, weil ihr nicht wisst, wann der Hausherr kommen wird: am Abend, um Mitternacht, beim ersten Hahnenschrei oder wenn die Sonne aufgeht. Wenn er kommt, soll er euch nicht im Schlaf überraschen!                                    

Sieghard Löser

 

Losung

Sonntag,
29. März 2020

Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.
Psalm 142,4


Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.
2.Korinther 1,3-4