EV-LUTH. KIRCHGEMEINDE "ST. LAURENTIUS"

Elterlein mit Schwarzbach

Gedanken zum Monatsspruch November

 

So spricht Gott der HERR: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.  Buch des Propheten Hesekiel 37,27

Das Buch des Propheten Hesekiel ist in vielen seiner Aussagen eine „schwere Kost“. Das hängt zusammen mit seiner Entstehungsgeschichte. Denn es ist von den ehe-maligen Schülern Hesekiels aus der Überlieferung ihres Meisters zusammen- gestellt worden. Dem vorausgegangen war die große Katastrophe der judäischen Niederlage im Zuge der babylonischen Eroberung und die Wegführung vieler Israeliten in die Kriegsgefangenschaft. Unter diesen Deportierten war auch der Priester Hesekiel gewesen. Über 20 Jahre wirkte er in der Fremde unter seinen gefangenen Landsleuten als Priester und Prophet. In den von ihm organisierten Gottesdiensten und Glaubensunterweisungen geht es ihm vor allem um die Bewältigung des schwierigen Alltags seiner Glaubensgenossen in der Fremde einerseits und der Aufrechterhaltung der Hoffnung auf Rückkehr andererseits.

So deutet er die Niederlage im Krieg gegen die Babylonier und den Verlust der Heimat nicht als zufälliges Schicksal, sondern als Folge der falschen Politik der judäischen Eliten. Weil deren Entscheidungen nicht von Gottvertrauen und vom Befolgen der Weisungen und Gebote Gottes sondern von politischem Kalkül und opportunistischen Taktieren bestimmt waren, hatte es geradezu zwangsläufig zur Katastrophe kommen müssen. Das Gottesvolk hatte Gott verlassen – darum muss es nun die schlimmen Folgen tragen – so die Analyse des Propheten.

Doch dabei bleibt Hesekiel nicht stehen. Gott der HERR selbst lässt ihn anderes sehen und verkündigen. Das berühmte 37. Kapitel (die biblische Lesung für die Osternacht) beginnt mit einer Vision, die Gott der HERR den Propheten schauen lässt: Die auf dem Schlachtfeld des Krieges unbestattet herumliegenden Gebeine der Gefallenen werden durch den Geist Gottes wieder mit Fleisch umhüllt und der Odem des Lebens kommt wieder in sie. Und Hesekiel hört die Stimme Gottes, wie er zu ihm spricht: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels. Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin … und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der HERR.

Noch aber ist es nicht so weit und die Gefangenen müssen noch ausharren. Aber die Hoffnung lebt und Gott der HERR spricht (wie schon früher): Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

Sieghard Löser

 

Losung

Montag,
20. November 2017

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.
5.Mose 4,2


Jesus sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.
Lukas 8,21